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Wolfshagen. Die Motorsäge dröhnt, die Hämmer schlagen. An der Schäderbaude werkeln Wolfshagens Meilerfreunde um Udo Paul in diesen Tagen an einem kleinen Köhlerdorf. Es entstehen eine neue Köte und ein Kohlemeiler. Außerdem schwebte am Kranhaken kürzlich eine Schutzhütte aus dem Wald heran, die nun ihren Platz als Unterstand in dem Ensemble eingenommen hat.

Das Dorf soll noch weiter wachsen, kündigt Udo Paul an. Der wichtige Stichtag für die Meilerfreunde sei aber zunächst der 17. Mai, dann müssen Meiler und Köte stehen. An dem Tag ist geplant, an Ort und Stelle den Meiler anzustecken. Das ist dann der Startschuss für die Holzkohleproduktion im Rahmen der ersten Köhlertage an der neuen Heimstätte. Zu Pfingsten ist geplant, bei einem Heimatnachmittag wieder gegen ein Entgelt die Holzkohle abzugeben.

Suche nach Standort

Der Umzug von der Fläche unterhalb der Schäderbaude am Bauernholzbach an den neuen Platz war notwendig geworden, weil es im vergangenen Jahr Unstimmigkeiten zwischen den Meilerfreunden und dem Grundstückseigentümer, dem Realverband Gemeinheit Wolfshagen, gab. Es ging um die Stippe, also die Kohlereste, die nach der Holzkohleproduktion zurückbleiben und zur Abdeckung eines neuen Meilers benötigt werden. Der Eigentümer wollte nicht, dass das Material auf dem Gelände lagert. Schließlich sahen sich die Meilerfreunde nach einem neuen Platz um.

Zunächst geriet eine Fläche auf der Wolfshöhe in den Blick. Dort konnte auch die Stippe auf einem Privatgrundstück zwischengelagert werden. Schnell äußerten allerdings Nachbarn Bedenken, dass der Rauch zu einer Belastung werden könnte. Daraufhin nahm man den Platz an der Sültebergköte, die mittlerweile abgerissen ist, ins Visier. Die Verhandlungen mit der Forst hätten sich allerdings hingezogen, berichtet Udo Paul. „Wir haben dann noch mal in die Unterlagen des Harzklub-Zweigvereins Wolfshagen geschaut und festgestellt, dass uns ja ein Teil der Fläche vor der Schäderbaude gehört“, erinnert er sich. So entstand schnell der Plan, die fünfte Auflage der Köhlertage in diesem Jahr auf dem vereinseigenen Gelände zu organisieren.

Die Wolfshäger Meilerfreunde sind kein eigener Verein, die Aktiven, zu denen auch der Köhlerchor gehört, sind allerdings Mitglieder im Harzer Köhlerverein. Und die Mehrheit von ihnen ist darüber hinaus Mitglied im Wolfshäger Harzklub. Dort soll das Köhlerwesen künftig von dem neu zu wählenden Kulturwart des Zweigvereins organisiert werden. Diesen Posten strebt nach Absprache Andreas Habig an. Der 74-jährige Udo Paul, der die Wolfshäger Köhlertage 2014 ins Leben gerufen hatte, will künftig etwas kürzer treten. An Zukunftsplänen mangelt es den Meilerfreunden gewiss nicht. Im Gespräch ist die Anlegung eines Meiler-Rundwegs oberhalb der Schäderbaude, auf dem sich Spaziergänger entlang alter Meilerstellen über das Köhlerhandwerk informieren können.

Bewerbung in Paderborn

Weiterhin blicken die Brauchtumspfleger auf das Jahr 2021, denn dann sollen die Europäischen Köhlertreffen im Ort ausgerichtet werden. Bei dem diesjährigen Köhlertreffen im August in Paderborn und Umgebung wollen sie ihre Bewerbung abgeben. „Darin müssen wir beispielsweise darlegen, wie viele Gästebetten im Ort verfügbar sind und welche Räumlichkeiten für die Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Da denken wir natürlich an die Festhalle“, erklärt Udo Paul. Die Ausrichtung einer solchen Großveranstaltung, die für ein ganzes Wochenende geplant wird, sieht er als Chance für Wolfshagen. „Es würden wohl um die 500 Teilnehmer kommen, die wir natürlich weitgehend im Ort behalten möchten. Wichtig wäre dafür, dass alle in Wolfshagen an einem Strang ziehen.“

Quelle: Goslarsche Zeitung
Autor:  Jörg Ciszewski
Foto:   Jörg Ciszewski

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