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Harzer Geschichten

WULWESHÄGER PLATT
von WOLFGANG FRICKE

Veele Luie riedet huite sau jeliehret,
sind alle schlau, as wenn se dat Graas wassen hieret!
Kedderet von grouter Wissenschaft un saun’n Dingen,
ouk de Dümmerste will dicke Töne swingen!

Plattspräken warre minderwert,
sau sejjet wecke, un dat is unerhört:
Wenn se mainet, dat Plattspräker dumme Luie sind,
un dat Platte woll balle moal ganz vorswind’t.

Iuse uhle Muttersprache is en hillich‘ Jiut!
Junk davon nich iest allet iut?
Loat de anren doch ouwerklauk spräken,
seck vorkrickeln, de Tunge awbräken.

Wei spräket sau, wei et iesch iuse Haimat ejieben!
Un wer da maint, dat wei terijje eblieben,
dä sall seck hinder de Ouhr’n schreiben:
Wei sind platte Wulweshäger – un weret et ouk bleiben!

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Linsen mit Ruosein’n
von Wolfgang Fricke
Huite jiwt et bei iesch moal wedder Linsensuppe. Eck hebbe et all jistern Ahmd ewittert. Upp’n Kiekendische stund nämlich en Napp, wu meine Friue de Linsen in Waater innewaiket harre. Un wei eck vomorjen iut’n Baezimmer kamm, konne eck et uhk all riuken. De Kuokepott upp’n Hiere dampe all. Fur meck is disse Duft von kuohkijen Linsen nich bluoß ne Vuorfreude up mein Leiwjericht tauen Middagesäten. Nä, dat hät uhk noch ne besondre Bedeutunge un erinnert meck immer wedder an froihere Teien. Jiedetmoal, wenn meck disse Linsenduft inne Näse sticht, denn fällt meck wedder in, wat eck in meiner Kindhait damidde erliewt hebbe.

Damals junk meine Mutter nah’n Hackente ind’t Liutendälsche un kamm iest lahte nah Hius. Tauen Ähtenkuoken was denn maistens kaine Teit miehr, sau moßte Oma Harmeine dat moaken. Un up ihr’n Ähteplan stund jiede Woche ainmoal Linsensuppe. Tau der Teit was dat woll nist besonderes, wenn et seck in dissen Falle nich um Omas Spezialrezepte handeln diehe: Linsen mit Ruosein’n!

Dai jekuokichten Linsen riuken woll froiher jenaue sau. Doch anderster wei huite vorjunk meck jiedetmoal de Awteit, wenn eck vur mein’n Tellrer an Dische satt. Dai Ruosein’n warrn dorch dat Kuoken dicke un prall un platzen saufort up, wenn eck mit’n Leppel da an kamm. Un disse soite Koschale mochte eck nich, da ändere uhk dai uohle Ruotwost nist anne, dai Oma darinter esnenn’n harre. Wenn eck denn sau inne Suppe rummerstockeln diehe, kucke se immer ganz strenge under ihre Brille wech un sä’e: “Wat upp’n Tellrer is, dat ward uppejetten“. Siss wasse ja hartensjiut un moake allet fur iesch Kindre. Awer bei ihrer Linsensuppe kenne se kain Erbarmen. Un jiedetmoal vortelle se denn, wu jeern Opa dit Jerichte mochte. Opa sillm konne iesch dat nich miehr sejjen, denn hai was tau der Teit all lange duote.

Awer Tante Lieschen, de Älderste Dochter von Oma un Opa, wußte noch ganz jenaue, dat uhk Opa froiher lanke Tähne kraich, wenn et Omas Linsensuppe mit Ruosein’n jaw. Hai hät seck bluoß nich etriuet, dat liue tau sejjen, un hät laiwer joahrelang ganz stickum seine Suppe iuteleppelt.

Wähendäme eck disse Vortellich upschreiwe, is uise Linsensuppe all fartich. Gott sei Dank ahne Ruosein’n! Un sau froihe eck meck wedder bannich up dat Middagesäten

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Tähnewaihda
Et was an twaiten Weihnachtsfeierdach in leßten Joahre. Cornelia, iuse Dochter, was wei jiedet Joahr wedder uber Weihnachten nah Hius ekoumen un wei saiten froihmorjens alle dehoupe an’n Kaffieedische. De Kerzen an Weihnachtsbuhme brenn’n un wei laiten iesch de Kekse jiut smecken, dai Mutter sillm ebacket harre. Da passeiere et: Eck harre grade up saun harten Keks mit Netten ebetten, da dorchzucke meck ne höllische Waihda‘e. Mit’r Tunge stockele eck in Miule rummer un foihle, dat von dän ain’n Ecktähne blouß noch de Hälfte da was. Dai anre harre eck woll all mit dän Keks rundereslouken. „Dat hät meck grade noch efählt“, schamfuttere eck lous, „iutjeräket upp’n Feierdach mot sauwat passeiern“.

Meine Friue maine, dat wei man gleik inner „Goslärschen“ nahkucken soll’n, wecke Tähnedokter denn woll Senndachsdeinst harre. Mürrisch un gnutterich krame eck de Zaitunge her un sochte de Stidde „Ärztenotdienst“.

„Ach diu laiwer Gott, ouk dat noch, iutjeräket de Tähnedokter in Altenau hät huite Noutdeinst, dat is ja ne halwe Weltraise“, raip eck, da sind wei ja dän ganzen Dach underwähens“. Doch mein Friuminschen maine: „Wenne richtije Tähnewaihda häst, denn fährste siss worens hen, wenne dai man blouß lous warst“! „Nä“, sau rasch kricht meck da kainer hen“, twiere eck an.

Awer et kamm doch rasch anderster. Iestemoal vorsochte eck et mit starken Pillen, dai wei noch lijjen harrn. Fur korte Teit laiten de Tähnewaihda ouk nah, awer danah warrn se wedder da, noch slimmer wei vorher. „Meine Oma gurjele immer mit Sluck, wenn se Tähnewaihda harre“, wend‘t eck noch klainliue in. Doch mein Friuminschen blaiw dabeie, dat sauwat in dissen Falle bestimmt nich hillepen diehe. Dit ganze Handwark diuere en paar Stun’n, bet meine Friue schließlich sä‘e: „Diu denkest doch da anne, dat wei huite Middach innelahen sind. Dein Patenkind hät Jebiursdach! Alsau uberlejje nich sau lange! Loat iesch man gleik lousfoahrn, bet hen nah Altenau is et ja kain Kattensprunk“!

Sau moaken wei iesch denn jiejen Middach upp’n Wäch. In Altenau annekoumen, sochten wei dän Tähnedokter. Dat ganze Darp warrn wei all rupper un runder ejurkelt, awer von dän Tähnedokter kaine Spiur. Meine Friue kurbele schließlich dat Fenster runder un frauch en Mannsminschen, dä upp’r Straatenseite jiejenuber stund.

Awer dat was woll en fremm’n Kiurgast, denn hai wußte ouk nich wu de Tähnedokter wouhne. Wei we denn tauen dridden Moale de Straate runder fauhern diehen, da harre eck de Näse vull. „Eck gahe niu in dat Cafè durt hin’n anner Ecke un frahe da moal“, sä’e eck un moake meck uppe Socken. De Bedeinte wußte ouk Beschaid. Hai moake saugar upp’n Bairdeckel ne littje Skizze un raip noch hinder meck dorch: “Na, denn man viel Vergnügen“!

Wei we dän Tähnedokter niu endlich efun’n harrn, moaken wei doch groute Uhen un staunten nich slecht. Nich blouß dat Wartezimmer was proppen-dickevull, saugar upp’r Treppe saiten se! Un kainer sä’e en Mux! Alle warrn se mit seck sillm beischäfticht. Ainije harrn seck en dicket Dauk umme dän ganzen Kopp efraihlt, dai saihen iut, wei wenn se en Turban uppe harrn. „Dat diuert ja dän ganzen Nahmeddach, ihe wei heier anne Riehe koumet“, schamfuttere mein Friuminschen. Doch et kamm noch veel slimmer. Uber ne Stunne diuere et, bet wei iesch von ainer Stufe nahr anren de Treppe rupper ekämpfet harrn un endlich in’n Wartezimmer en Stauhl ergattern konn’n.

Durt saiten woll an¬ne twintich Luie. De Mannsminsche, dä neben meck satt, was bannich upjerächt. Hai blädere inner Zaitunge un daue sau, wei wenn ihne dat allet nist iutmoaken diehe. Jiejenuber satt ne Friue, dai woll bannije Waihda harre. Sai huhle en littjek Kissen an ihre rechte Backe un stiehne ouk aw un tau. Inner hindersten Ecke harre et seck en Mannsminsche richtich jemütlich emoaket. Seine Baine lank iutestrecket un de Arme vur de Bost vorschränket, satte durt un mustere alle Luie, dai heier in Wartezimmer saiten. En anrer vortelle von sein’n Groutkindern, dai leßtet Joahr inne Schaule ekoumen warrn. Kainer hiere ihne tau, denn jieder harre enauch mit seck sillm te dauen.

Intwischen word et butten all schackerich un eck was immer noch nich anne Riehe. Der Nächste bitte, hiere eck upp’nmoal. Eck was en betten innedrusselt un vorfiehre meck richtich. Denn kucke eck meck umme, awer et was kain anrer miehr da. „Diu bist endlich anne Riehe“, buffe meck meine Friue an, un sau junk eck hinder dän Mäken her in’t Behandlungszimmer. „Nehmen Sie bitte Platz“, beduie meck de Tähnedokter un weise up dän Behandlungsstauhl.

Wei eck meck da hennelecht harre, kurbele hai dän Stauhl sau weit runder, dat eck balle koppsuber da inne lach. Denn sä‘e: „Bitte Mund auf“, un kucke seck de Bescherunge an. „Sie haben ein ganz schönes Stück vom zweiten Backenzahn links abgebrochen. Der Nerv liegt auch schon bloß. Ich muß den Rest rausziehen. Ihre Schmerzen werden da-nach bald nachlassen. In den nächsten Tagen gehen Sie dann zu ihrem Zahnarzt, der das richtig versorgen wird“.

Dit ganze Jewarke diuere blouß ne vartel Stunne, denn stun‘n wei wedder upp’r Straate. „Dafur hebbet wei niu balle vair Stunden heier tauebrocht. De Jebiur¬sdachfeier könnt wei woll vorjetten, gnuttere meine Friue“. Meck was dat in dissen Momente egal, eck was jiedenfalls meine Tähnewaihda lous. Un nahr Jebiursdachfeier sind wei ouk noch hennegahn.

Tau jiuer leßt noch en passijen Raimel:

Tähnewaihda? Dat is kaine Plage!

Aber – wenn’n en Breddijamm hät,un suit dän nich alle Dage -

Dat is ne Plage !!!

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Hillichahmd inner Karke

Vur´n paar Joahr’n kamm ´ne neie Pastursche ind´t Darp. Dai wolle niu an´n Weihnachtshillichahmd tauen iesten Male inner Karke preddijen un seck dabeie dä Karkenjemainde vurstell´n un natuierlich ouk en jiuen Indruck moaken.

Bei iesch in Darpe is et nich veel besser wu anderwähens: dai Luie gahet nich miehr ofte inne Karke, blouß bei besondren Jeliejenhaiten, wei Oustern oder Weihnachten. Oder ouk, wenn inner Fomeilije ´ne Hochteit, Diepe oder Komformatschone was; oder wenn ainrer iuter Fomeilije nah´ sein´n Doue awweläsen word - denn sind se moal hennegah´n.

In dissen Joahre awer was dai Karke an´n Hillichahmd knippeldickevull. Et harre seck in´n Darpe rummeresprouken, dat dai neie Pastursche bei ihrer Vurstellunge wat ganz Iuterjewienlichet vurharre. Darumme warr´n ditmoal ouk dai hennegah´n, dai seck siss dat ganze Joahr uber nich hebbet saih´n loahten. Wecke harr´n saugar ´ne Stunne vorher ihre Kramms louseschicket, dai moßten jiue Plätze uphul´n.

Ditmoal was de Karke noch feierlicher iutesmicket wei in´n anren Joahr´n vorher; denn wu ´esecht, dai neie Pastursche wolle seck in´n besten Lichte vurstell´n. Upp´n Altare stund en Weihnachtsjesteck un danieb´n twai groute Kerzen.

Links un rechts von´n Altare warr´n twai hibsche Wulweshäger Pickeln as Weihnachtsbiehme uppestellt, dai mit Lametta un sibern´ Kiul´n anneklatert warr´n. An jieden Buhme brenn´n miehr wei fuffzich ´lektrische Kerzen. Midden inner Karke was under de Decke en grouten Adventskranz uppehängt. Et sach allet hibsch weihnachtlich iut, dat mott´n sejjen.

Buhm upp´r Ballustra´e vur de Orjel, harre seck de Karkenchor uppebiuet, dai solle tauer Feier det Dages singen. Wei et denn dat driddemoal elutt har-re, sette de Orjel mit´n jewaltijen Jebriuse in un de Karkenchor fong an tau singen.

Et diuere ja en betten, bet Orjel un Sängers richtich dehupe efund´n harrn, awer denn hiere seck dat doch ganz feierlich an.

Iuse neie Pastursche wolle en ganz besonders jiuen Indruck moaken, un harre seck datau wat iutedacht. Nich blouß, datt se in ihrer iesten Preddicht en paar Wiere in Wulweshäger Platt underbrochte. Nä, sai wolle ouk de Beleuchtunge inner Karke mit´n Orjelspeel un Singen upp´nander aw-stimm´n. Darumme sä´e sai nah´r Preddicht:

´´Nun hört alle gut zu, liebe Gemeinde, wir singen jetzt gemeinsam das schö-ne alte Weihnachtslied ´´Oh, du fröhliche...´´.

Die Orgel wird uns die Melodie vorspielen, dann singen wir alle miteinander die ersten vier Strophen. Habt ihr mich verstanden´´?

Ja, dat harr´n se woll, jiedenfalls sach et sau iut; denn jieder krame in sein´n Jesangbauke un sochte all dän Text.

Else, dai Küsterin, was all dän oul´n Pastur seine rechte Hand un Mäken fur allet. Dat solle niu ouk bei dä neien Pasturschen sau sein. Dai harre ihet iest kort vur´n Gottesdeinst innetrichtert, dat se beier twaiten Strophe dat Licht upp´r Empore iutmoaken solle, beier dridden dat Licht un´n in´n Karkenschiffe un beier leßten soll´n denn blouß noch de Kerzen an´n Weihnachtsbuhme brenn´n.

´´Haben Sie das allet verstanden´´? frauch de Pastursche nah´ disser komple-zeierten Anwaisunge. Else nicke blouß sachte mit´n Koppe un kratze seck vorliejen hinder´n Ouhr´n. Ganz woll was ihet ja nich; denn furd´t Elektrische harre se all immer ´ne höllische Angest. Ditmoal kamm noch hentau, dat vurichte Woche dai Elektromester iut´n Dar¬pe inner Sakristai en neien Schaltkästen innebiuet un allet ummeschaltet harre. Else was damidde awer noch nich sau richtich vortriuet. ´´Eck will meck awer Moihe jieb´n´´, murmele se vur seck hen, iehe se inne Sakristai vorswinn´n diehe.

De Orjel sette mit ´ner vorslungenen Inlaitunge in, iest ganz laise, awer denn upp´nmoal briuse se jewaltich up. De Liue wußten nich, ob dat niu all dai ieste Strophe was oder noch dat Vurspeel. Wecke kucken nah´r Pasturschen un woll´n saih´n, wat dai niu make. Dai harre ´ne hibsche Stimme, awer sau recht vorstah´n konne kainer, ob sai niu noch bei´er iesten Strophe was, oder all dai twaite annefongen harre?

Wecke warr´n all mit´r dridden fartich, da sochten anre immer noch in´n Jesangbauke krampfhaft dän Text vonrer twaiten. Ihe dai tau Potte kaimen, was de Pastursche all mit´n ganzen Liede tau Enne. Dai Organiste lait seck davon awer nich awhuhl´n, hai speele wei-her un haue dabeie bannich inne Tasten.

Ja, niu kann wär seck woll iutmoal´n, dat Küsterin Else, dai vur´n Schaltkäs-ten inner Sakristai satt, bei dissen Dorchenander ouk nich miehr midde-kamm un de Ubersicht ganz un gar vorlur´n harre.

´´Wenn meck de Pastursche dat blouß rechtteiich vorher ´esecht harre, denn konne eck doch vurewech noch en betten probair´n´´, sau schout et ihet dor-chen Kopp. Von ihr´n Platze konne se ja noch nichemoal inne Karke kucken, blouß hier´n konne se dän Karkenchor un de Orjel, weil dai ja nich weit wech warrn. Wei se niu maine, dat dai twaite Strophe anne Riehe was, da uberlecht se, wecke Schalter denn woll fur de Empore jille. Schließlich dricke se up dän midlersten.

Awer dat was jenaue dai falsche, damidde harre se dat Licht inrer Sakristai iuteknippset. Niu satt ihet sillm in´n Duistern. Wu se seck denn en betten efahtet harre un dän falschen Knoup weder rinteredricket harre, warrn dai da butten all bei´er dridden Strophe annekuh´m - sau dachte se. Rasch dricke se niu upp´n anren Schalter - da hauche de Orjel mit´n klächlijen Jepeipe ihr´n Gaist iut. Sai röchele bluß noch en betten un denn was et muxmäuschen stille.

Ouk de Pastursche harre niu uppehiert mit Singen. Else in ihrer Nout fum-mele upjerächt an dän Kniepen rummer un erwische wedder dän falschen. Ditmoal junk de groute Kronleuchter in´n Karkenschiffe iut; niu saiten alle in Duistern. August, de Karkenvurstand, bölke sau liue hai konne. ´´Liiicht an´´! Da slaite seck sillm uppet Miul, denn hai harre ganz vorjetten, datte ja inrer Karke satt un nich inrer Wartschaft beien Skat. Wähendäme vorsochte Else, dat Licht wedder antauknipsen. Awer ihet was intwischen sau dorchher, dat nist miehr klappe.

Otto, de Elektromester iut´n Darpe, harre dit allet mit grouter Beisorchnis beobachtet un stockele niu in Duistern dorch de Riehen nah´r Sakristai; schließlich wußte hai ja Beschaid wei kain anrer. Watt´n Glicke, datte da was; denn saufort was et wedder helle un ouk de Orjel kamm wedder injank.

Dai neie Pastursche was intwischen hinder Otto herenaiht inne Sakristai. Dat harre tauer Folje, dat niu kainer miehr singen diehe, denn ahne ihre Vursängerin kaimen dai Luie nich taurechte. Schließlich marke dat uhk de Organist un moake ouk nich miehr weier.

Bei disser Stille konn´n niu alle jenaue vorfoljen, wat da inrer Sakristai vur seck junk. Alle drai - Otto, de Elektromester, Else, dai truie Siele un de neie Pastursche - harr´n seck bannich inne Haare ´ekriehen. De Pastursche fliuche wei saun´n Pääreknecht, sai konne ja nich wittern, dat alle Luie inrer Karke tauhier´n diehen.

´´Wu kann wär denn bluß sau dämlich sein´´, blaffe Otto dai arme Else an, ´´eck hebbe doch uberall jenaue anneschrieben, wat et beiduien dait, un Lä-sen kannste ja woll´´.

Doch iehe Else wat antwiern konne, fongen upp´nmoal de Glocken an tau luien. Ditmoal was et de Pastursche sillem. Sai stammele: ´´Ich habe doch nur auf diesen Knopf gedrückt´´, un dabei weise se up dän Schalter wu uppestund: ´´An´´!

Fur de Karkenbesoikers was dat leßte Luien all immer dat Taiken ´ewest, dat de Gottesdeinst niu vorbei was. Darumme drängelet se ouk huite alle hastich tauen Iutjang. Schließlich was ja Hillichahmd un in´n Hiuse teuwte ja uhk dat Ahmdbrout. Dai arme Pastursche kamm gar nich miehr datau, jieden mit Handslach tau vorawschied´n, wei se seck dat vurenuhm´n harre.

Denn iehe se seck bet tauer Dier dorchen´ekämpfet harre, warrn dai maisten all wech. En paar Luie stund´n butten vur de Karke noch ´ne ganze Teit dehupe un tusteret uber disse besondere Vurstellunge, dai ihne huite dai neie Pastursche ebuhen harre. Dai Mainungen jingen iut´nander:

Wecke main´n, dat harre dai Pastursche allet sau eplant; anre huhl´n dajiejen un sä´en: ´´Nä, nä, watt´n doch huite allet sau erliewt! Sauwat harre et froiher bei iusen oul´n Pastur nich ejieb´n´´!

Else maine, wou se ihr´n Kopp dorch de Karkendier stikt:

´´Da is blouß dat Elektrische Schuld anne, dit Duibelskramtuich!´´

Alwine awer sä´e driehe:

´´Och, meck hättet schiene jefall´n, et was balle sau wei in´n Kino´´.

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Brenneweinskoschale

Disse lustije Geschichte iut’er Vurweihnachtsteit vortelle iuse froihere 1. Vursitzende Hainrich Walter bei ner Weihnachtsfeier in dän drittijer Joahren. Hai harre disse Vortellich von sein’n Onkel Gustav ehiert:

Et junk up Weihnachten tau. Wu alle Joahre, sau harre seine Friue Hermine uhk ditmoal ‚ne Brenneweinskoschale annesettet. Jei wettet nich, wat dat is?

Brenneweinskoschale is sau wat ähnliches wei huite ´´Rumpott´´; blouß dat durt kaine Früchte iut´n Gahr´n rinterkuhmet, sondern Honnichkauken, dai in littje Sticke esnenn´n un mit Jewürzen in´n Stainpott rinterkamm. Allet word mit scharpen briun´n Sluck ubergouhten, mit´n Seiedauk tauebunn´n un en paar Wochen tauen Reipen anne Seite estellt.

Jieder harre sein Jehaimrezepte, dat von Eldern un Grouteldern uberleiwert was. Edrunken - wär kann uhk sejjen: ejetten - word disse Koschale meist Hillichahmd oder wenn noch wat ubereblieben was, tau Sylvester.

 Hermine harre dän Stainpott upp´n Kliederschrank inne Kahmer estellt. All nahn paar Dagen vorbreie seck en Duft von Sluck, Jewürzen un Honnichkauken inner ganzen Wohnunge. Onkel Gustav, ihre Mannsminsche, was richtich peierich up disset Kramtuich. Hai diehe immer öfter seine Näse dorch de Kahmerdier stähken. Doch jiedetmoal, wenn hai seine Hermine frauch, ob hai nich mal brobairn drofte, säe ihet: ´´Dai Pott bliwt taue bet Hillichahmd! Denn kannste sauviel Siupen weie wutt.´´

Jieden Dach, wenn Onkel Gustav nahn Bedde junk, word sein Vorlangen nah dissen Pott da buhm upp’n Schranke immer gretter. Hai konne all garnich miehr richtich slahpen. Sau krahnewake hai mannijje Nacht un ku-cke siehnsüchtich nah dän Stainpott. Ainet Nachts konne hai nich miehr anseck huhl´n. Hai moake seck houch in Bedde un stund laise up. Denn tre-cke seck en Stauhl an dän Kliederschrank.

Dabei kucke immer wedder tau seiner Friue ruber, ob dai uhk nist jewahr word. Awer dai trecke daipe dorch un marke nist von sein´n Jewarke. Sachte klentere Onkel Gustav niu upp´n Stauhl un angele seck dän Stainpott, moake dat Seiedauk en betten tauer Seite und sette dän ganzen Pott and’t Miul. Hai hiehle orndlich ruber. Danah klentere hai von´n Stauhle runder, stelle dän Stainpott wedder an Ourt un Stidde un lecht seck wedder ind’t Bedde. Danah slaip hai wei in Abrahams Schouß.

Sau moake hai dat niu balle jiede Nacht, siß konne nich inslahpen. Awer seine Friue Hermine kraich et doch midde. Sai kucke nämlich immer moal nah de Koschale un konterleiere, ob dai ouk richtich reipen diehe. Dabeie word ihet jewahr, dat et immer wennijjer word in dän Potte. Sai harre saufort Onkel Gustav in Vordacht un frochte bei seck: ´´Wu moaket hai dat blouß, dat eck nist marken daue?´´.

Dabei kamm sai up dai Idee, dän Stainpott mit de Brenneweinskoschale wechdeniehm´n un dafur jenaue saun Stainpott mit Essichwaater upp’n Kliederschrank tau stellen. Inner nächsten Nacht moake Onkel Gustav wedder seine Stellaasche taurechte un klentere darupper. Huite wolle hai tauen leßten Moale en kräftijen Sluck niehm´n, denn hai harre ouk all ewittert, dat sein Friuminschen woll doch von sein´n Jewarke tauer nachtslahpener Teit wat emarket harre. Weie niu dat siuere Essichwaater ind´t Miul kraich, vorfiehre hai seck sau bannich, datte mit seinrer ganzen Stellaasche ind’t Kankeln kamm un rijjewarts runderstarte.

De Stainpott poltere dabeie von dän Kliederschrank runder un dat ganze Essichwaater laip ubert Bedde. Ouk Hermine kraich ihr Dail aw. Onkel Gus-tav was sau unglicklich estartet, datte seck dän linken Faut ebrouken harre. Sau was dat Mallier gruhet.

Awer Hillichahmd jaw et denn dän Rest von dä richtijen Brenneweinskoschale un uhk Onkel Gustav sein Faut word sangsam wedder jiut.

 

 
 
 
 
 

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